Vortrag von Dr. Yuval Lapide
Religionswissenschaftler, Weinheim
Thema: “Das Heil kommt von den Juden” (Joh. 4,22) im Saal der Emmauskirche, 24.4.2012, 19:30 Uhr
Juden und Christen – wer bringt wem das Heil?
Ein Jude erklärt grundlegende hebräische Begriffe und Glaubensaussagen im Zweiten Testament. “Wer Jesus Christus begegnet, begegnet im Judentum” formulierte die Deutsche Bischofskonferenz bereits 1980 in einem umfangreichen Thesenpapier zur Rückbesinnung der Kirche auf ihre jüdischen Wurzeln. Die Beschäftigung mit dem Neuen Testament fordert in der Tat jeden gläubigen Christ zu einer Beschäftigung mit dem jüdischen Hintergrund dieses zweiten Teils der Bibel auf.
Die Begriffe und Begebenheiten sind alle von Juden, über Juden und für Juden tradiert worden (Pinchas Lapide), sodass sich daher zusammenfassend feststellen lässt – die Evangelien bilden eine einzige große jüdische Familiensaga.
In dem Vortrag soll diese zugrunde liegende hochinteressante jüdische Glaubenswelt des Neuen Testaments aufgezeigt werden.
Dr. Yuval Lapide wurde 1961 als Sohn des berühmten Religionsphilosophen Pinchas Lapide in Jerusalem geboren und lebt heute in Deutschland. Er studierte an den internationalen jüdischen Hochschulen in New York, Paris, London, Straßburg und Jerusalem rabbinische Bibelexegese und mittelalterliche jüdische Philosophie und Mystik. Seinen Schwerpunkt bilden der Chassidismus und die Kabbala, deren tiefe Einsichten er authentisch in seinen Seminaren und Vorträgen im gesamten deutschsprachigen Raum vermittelt.
Vortrag von Pierre Stutz
Zu seinem Buch:
“Gelassen sein – Rituale im Alltag”
im Saal der Emmauskirche, 14.6.2012, 20:00 Uhr
Aus der Hektik des Alltags in die Stille finden und Ruhe einatmen. Spüren, wie der Druck weicht, einfach gelassen sein. Pierre Stutz zeigt, wie aus meditativen Innehalten am Morgen, abends, zwischendurch innere Ruhe im Alltag wird. Pierre Stutz ist Theologe, spiritueller Begleiter, Autor vieler erfolgreicher Bücher zu einer Spiritualität im Alltag, mit über einer Million verkaufter Exemplare. Langjährige Tätigkeit in Jugendseelsorge und Erwachsenenbildung. 1988-1998 Dozent für Jugendpastoral. Ausbildung im sozialtherapeutischen Rollenspiel. 1998-2010 Mitredakteur der spirituellen Fotozeitschrift ferment, rege Kurs- und Vortragstätigkeit im ganzen deutschsprachigen Raum. Er lebt in Lausanne.
Das Schreiben ist für Pierre Stutz zur Lebensaufgabe geworden.
“Schreiben ist für mich gleich Beten. Alles, was ich in meinem Leben an Faszination und Widersprüchlichkeit erlebe, versuche ich schreibend zu vertiefen”.
Pierre Stutz ist 1953 in Hägglingen, im Schweizer Kanton Aargau geboren, als viertes und jüngstes Kind von Erna und August Stutz -Saxer. Nach der Schulzeit in diesen Freiämter Dorf besucht er 1968-69 das Institut Catholique in Neuchâtel, das von den Fréres des Ecoles Chrétiennes (Christl. Schulbrüder) geleitet wird. Da beginnt seine Liebe zur französischen Kultur. Er besucht die Mittelschule in Neuchâtel und tritt 1974 als Novize in den Orden der Fréres ein, dem er bis 1978 angehört. Während dieser vier Jahre entdeckt er durch den Ordensgründer Jean-Baptiste De La Salle (1651-1719) die Option für die Jugend, die seine Biografie sehr prägt.
1978 verlässt er Neuchâtel, um in Luzern Theologie zu studieren. Auch während der Studienzeit ist er aktiv in der Jugendseelsorge tätig. 1985 wird er zum Priester des Bistums Basel geweiht. Er arbeitet 1985-1988 als regionaler Jugendseelsorger im Fricktal und ist anschließend bis 1992 Bundesleiter des Jugendverbandes “Junge Gemeinde” in Zürich.
Von 1988-1998 doziert er zudem im Fach “Jugendpastoral” am Katechetischen Institut der Theologischen Fakultät in Luzern. Berufsbegleitend bildet er sich in den Jahren 1990-1996 im Sozialtherapeutischen Rollenspiel am Adelheid-Stein-Institut in München aus.
Eine persönliche Lebenskrise führt in 1992 zurück nach Neuchâtel, in die Abbaye de Fontaine-André, oberhalb der Stadt Neuchâtel. Dieses ehemalige Prämonstratenserkloster (1143-1530) haben die Fréres des Ecoles Chrétiennes 1954 für ihr Internat erworben. Nach einer zweijährigen Vertiefung in der christlichen Mystik – davon einige Monate in Jerusalem – gründet Pierre Stutz zusammen mit den Fréres den Ort Fontaine-André als “offenes Kloster”. Es entsteht eine Gemeinschaft von Frauen und Männern, auch verheirateten, die miteinander eine Spiritualität im Alltag suchen und leben.
Das Schreiben wird für Pierre Stutz zum “feu sacré”, zum inneren Feuer: So sind bis heute 40 Bücher entstanden, mit über 1 Million verkauften Exemplaren.
Im Sommer 2002 legt er sein Priesteramt nieder, weil er seine Homosexualität verantwortungsvoll leben will. Er verlässt Fontaine-André als Wohnort. Als Autor und spiritueller Begleiter gestaltet er im ganzen deutschsprachigen Raum Lesungen und Kurse.
Vortrag von Prof. Dr. Otto Hermann Pesch
Thema: Martin Luther – längst katholisch? Wie lutherisch sind die Katholiken?
im Saal der Emmauskirche, 4.10.2012, 20:00 Uhr
Prof. Dr. Otto Pesch lehrte als katholischer Theologe an der Hochschule der Dominikaner in Walherberg, an der Universität München und an der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität München und an der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Hamburg. Nach der Lutherforschung drängt Prof. Dr. Pesch seit Jahren auf Fortschritte in der Ökumene. Mit zahlreichen Werken, wie z. B. “Hinführung zu Luther”, “Theologie der Rechtfertigung bei Martin Luther und Thomas von Aquin” oder “Katholische Dogmatik aus ökumenischer Erfahrung” hat er sich nicht nur in der Fachwelt einen Namen gemacht.